Ideale

 

Durch die "Ideen-für-den-Monat", die ich hier regelmäßig aufschreibe denke ich immer wieder darüber nach:

Was ist mir wichtig?

Was möchte ich im kommenden Monat erreichen?

 

Anfangs waren das Pläne und Ideen für Freizeit- und Alltagsgestaltung. Derzeit tendiere ich eher in Richtung "verbessere dich selbst und dein Leben", was ja grundsätzlich bestimmt ein guter Ansatz ist, aber in der Realität eben nicht so leicht abzuhaken wie "mit den Kindern einen Schneemann bauen".

 

Besonders gespürt habe ich das im Februar. Ich dachte mir, es wäre phänomenal, wenn ich all das, was ich mir wünsche selbst bewirken und als positives Vorbild fungieren könnte. So weit so gut. So weit so unrealistisch ;) Im Februar dachte ich mir auch öfter, wenn ich überlegte, ob ich meinen Vorsatz gut umsetzte, das ich einfach größenwahnsinnig und naiv wäre. Aber wisst ihr was? Ich bin das oft ganz bewusst. Damit sich etwas verändert. Lieber naiv als verbittert ;)

 

 

Öfter kam mir im Februar dieser bekannte Spruch in den Sinn:

 

"Ideale sind wie Sterne. Man kann sich an ihnen orientieren, aber man kann sie nicht erreichen."

 

Mir gefällt das zwar nicht, aber es ist schon etwas Wahres dran. Warum es mir nicht gefällt? Weil ich MÖCHTE, dass die Ideale lebbar sind, dass meine kitschige und hoffnungsvolle Vision einer Erde auf der alle Lebewesen glücklich, harmonisch und in Einklang miteinander, mit ihrem Inneren und der Umwelt leben, voller Mitgefühl, Kreativität, Achtung und Respekt, ... das könnte ewig so weitergehen, aber ihr wisst worauf ich hinaus will.

Und es gefällt mir nicht weil ich besonders im Februar, aber auch sonst schon sehr oft in meinem Leben an mir selbst und meinem Verhalten merke, dass ich in manchen Momenten so unendlich weit weg bin von meinen eigenen Idealen, dass ich mir nicht sicher bin, ob sie noch vorhanden sind.

 

Manchmal schieben sich eben die Wolken vor die Sterne aber sie sind trotzdem noch da. Und das ist das Wichtigste.

 

Vor einigen Tagen las ich folgendes Filmzitat aus "Jenseits von Afrika" (den ich leider bis jetzt noch nicht gesehen habe):

 

"Es ist stets die Idee eines PARADIESES, auf die es ankommt. Und wenn eine hinreichende Illusion erschaffen werden kann, folgt die WIRKLICHKEIT von selbst."

 

 

 

Wie geht es euch mit euren Idealen?

Ist bei euch auch so oft eine riesige Kluft zwischen Theorie und Praxis?

Falls ja: Wie geht ihr damit um? Und falls nein: wie schafft ihr das?

Ich freue mich über eure Gedanken dazu. Macht es gut und bleibt auch ein bisschen naiv, damit ich nicht so allein bin ;)

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Sabina (Sonntag, 20 März 2016 08:52)

    Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema Ideale und Wunschvorstellungen. Und auch die Anregung selbst darüber nachzudenken...
    Also ich kann dich beruhigen, ich bin auch gerne naiv. Man muss den Wundern schließlich die Chance geben wahr zu werden ;-)
    Ich finde es jedoch nicht tragisch, dass Ideale "unerreichbare Sterne" sind. Ich denke sogar, dass wir dies unbewusst für uns so gestalten. Denn unser Ideal ist meiner Meinung nach keine in Stein gemeißelte Vorstellung, sondern verändert sich laufend aufgrund unserer Erfahrungen und Inspirationen (und rückt damit auch wieder in die Ferne, wenn wir im näher gekommen sind).
    Die Gegenfrage ist auch: Wären wir glücklich, wenn wir unser Ideal erreicht haben? Ich denke, es würde uns vor neue Herausforderungen stellen, kein Ziel mehr anzustreben... :-)

  • #2

    Isabella (Sonntag, 20 März 2016 20:53)

    Danke für deine Gedanken zu dem Thema. Ich finde den Aspekt,dass sich Ideale verändern sehr spannend. Darüber habe ich bis jetzt noch nie nachgedacht.

    Dass ich alle meine Ideale erreichen könnte kann ich mir ehrlich gar nicht vorstellen. Irgendwie habe ich das Gefühl es kommen immer wieder neue Herausforderungen auf einen zu und man ist somit ein Leben lang nie am Ziel. Ich denke auch, das einen gerade das lebendig macht u immer wieder motiviert etwas neues zu beginnen oder Inspiration und eine positive Spannung ins Leben bringt.

    Es freut mich sehr, dass du ebenfalls die Naivität als etwas positives siehst u ich damit nicht allein bin.

    Ich hoffe, dass in unserem Leben noch viele Wunder geschehen :)

    GLG Isabella